Alliteration Anakoluth Anapher Apostrophe Asyndeton Chiasmus Inversion Klimax Parallelismus Pleonasmus praeteritio Vergleich Antithese

Beispiel 1

griech.: antithesis: Gegensatz – griech.: oxymoron: scharfer Unsinn – griech.: paradoxon: wider den Anschein
-> antithesemitoxymoronundparadoxon: Antithese – Gedankenfigur: Gegenüberstellung zweier sich (semantisch) widersprechender Ausdrücke

In der Antithese wird ein Gegensatz durch entsprechende Ausdrücke (Wörter, Wortgruppen, Teilsätze, Sätze) besonders deutlich herausgearbeitet. Dies geschieht entweder alleine durch die jeweiligen Ausdrücke bzw. die von diesen bezeichneten Gegenstände, Sachverhalte oder Gedanken, häufig werden diese aber so angeordnet, dass der Gegensatz besonders deutlich wird, etwa durch zusätzliche Verwendung der Wortfiguren
 Parallelismus
 Wortfigur: symmetrische Wiederholung gleichrangiger syntaktischer Einheiten
Parallelismus
oder
 Chiasmus
 Wortfigur: symmetrische Überkreuzstellung gleichrangiger syntaktischer Einheiten
Chiasmus
.
Das Oxymoron kann als besondere Form der Antithese gelten, in der die antithetischen Ausdrücke einander weniger gegenübergestellt werden als vielmehr direkt miteinander verknüpft werden: Es werden also zwei Ausdrücke, die sich (inhaltlich) ausschließen, zu einem komplexen Ausdruck zusammengeführt, der dem Adressaten der Äußerung zu denken gibt, weil dieser natürlich versucht, dem (scheinbar) sinnlosen Oxymoron doch einen Sinn abzugewinnen. Das Oxymoron kann also als Unsinn abgetan werden, zum Nachdenken anregen oder aber auch zum Lachen bringen. In jedem Fall aber wirkt es paradox, weil es so deutlich von dem abweicht, was man für gewöhnlich zu hören und zu lesen bekommt.
Dieser Effekt der Paradoxie kann freilich nicht nur von Oxymora ausgelöst werden; er tritt vielmehr immer dann auf, wenn etwas bewusst gegen den Anschein oder die übliche Auffassung gerichtet ist, man aber (warum auch immer) geneigt ist, es gerade nicht als Unsinn abzutun.
© Uwe Spörl
Letzte Änderung am: 08.04.2007
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