Hyperbel Ironie Litotes Metonymie Synekdoche Metapher bildliche Redeweisen Katachrese Archaismus/Neologismus

Beispiel 1

griech. etwa: miterwarten, mitmeinen
-> Synekdoche: Trope: Ersetzung eines Ausdrucks durch einen semantisch engeren oder weiteren Ausdruck

Anstatt des eigentlichen Ausdrucks wird bei der Synekdoche (betont übrigens auf der letzten, langen Silbe) ein anderer Ausdruck aus demselben Wortfeld oder Bedeutungszusammenhang verwendet, und zwar einer, der entweder das Gemeinte mit umfasst oder von diesem mit umfasst wird.
Die Synekdoche operiert also mit einer im Prinzip reziproken, umkehrbaren Relation, die in aller Regel auf Beziehungen wie die zwischen Teil und Ganzem, Besonderem und Allgemeinem, also Klassifikationen oder Gattung-Art-Beziehungen, sowie Einzahl und Mehrzahl zurückzuführen ist.
Bei der partikularisierenden Synekdoche wird der semantisch weitere Ausdruck durch einen weniger weiten ersetzt: ein Einzelner/s ersetzt und repräsentiert die Gruppe/Menge, das Besondere das Allgemeine und der Teil das Ganze. Synekdochen, bei denen der Teil für das ganze steht, nennt man auch pars pro toto (lat.: der Teil für das Ganze). Da die Teil-Ganzes-Beziehung weniger eine semantische als vielmehr eine sachliche ist, müsste das pars pro toto eigentlich der
 Metonymie
 Trope: Ersetzung des eigentlichen Ausdrucks durch einen Ausdruck, der mit ihm in einer sachlichen Beziehung steht
Metonymie
zugeordnet werden. Traditioneller Weise geschieht dies aber nicht, das pars pro toto wird vielmehr mitunter als Standard-Fall der Synekdoche angesehen.
Bei der generalisierenden Synekdoche wird umgekehrt ein semantisch engerer Ausdruck durch einen weiteren ersetzt: eine Gruppe/Menge ersetzt und repräsentiert das/den Einzelne(n), das Allgemeine das besonder oder das Ganze den Teil (totum pro parte, lat.: das Ganze für den Teil).
Wie bei allen Tropen sind viele ursprünglich synekdochetische Formulierungen fester Bestandteil der Umgangssprache, also zu
 Katachrese
 
Katachresen
geworden („solange Du unter meinem Dach lebst ...“).
© Uwe Spörl
Letzte Änderung am: 08.04.2007
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