Ständeklausel Fallhöhe

-> Fallhöhe: Kategorie der Dramentheorie, die besagt, dass der Fall eines Helden umso eindringlicher empfunden wird, je höher sein sozialer und moralischer Rang vorher war.

Die Fallhöhe ist eng mit der Ständeklausel verknüpft und markiert nochmals den Zusammenhang von moralischem und sozialem Stand nach klassizistischem Verständnis. Nur der Fall eines hochstehenden, moralisch gefestigten Helden könne die gewünscht Wirkung beim Publikum erzielen, heißt es bei Aristoteles. Allerdings findet sich dort auch die Forderung nach einem Fehler des Helden, so dass dessen Fall nicht gänzlich unmotiviert und unverdient erscheint. Jedoch ist es die Tiefe des Sturzes sowie das Verhalten des Untergehenden, die eine entsprechende Publikumswirkung vermitteln können. Der Zusammenhang von sprachlichem Stil, gezeigter Gesinnung und Schwere des Konflikts darf auch hier nicht unbeachtet bleiben.
Mit zunehmender Modernisierung des Dramenverständnisses und Wegfall der Ständeklausel verliert auch die Fallhöhe ihre Bedeutung, da auch Figuren niederen Stands in Konflikten gezeigt werden bzw. die Probleme der Reichen und des Adels kaum noch von denen der Bürger unterschieden werden können (vgl. Schnitzler).
© Martin Huber, Elisabeth Böhm
Letzte Änderung am: 09.09.2007
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