Prolog Epilog

-> Prolog: Der eigentlichen Dramenhandlung vorgelagerte, deutlich markierte Vorrede, die der Ankündigung, Erläuterung und Ausdeutung dienen kann.

Der Prolog (griech. prologos = Vorrede) geht dem Drama voran, markiert also eine andere Fiktionsebene, insofern er nicht zur Dramenhandlung gehört, wobei er aber durchaus von einer oder mehreren Figuren der dramatis personae gesprochen werden kann. Genauso kann der Prolog aber auch von einem gesonderten Sprecher vorgetragen werden, oder sich in Form eines Vorspiels als eigenes ‚Schauspiel in Reduktion’ präsentieren.
Meist tritt nach der fiktionalen Handlung noch ein
 Epilog
 Der eigentlichen Dramenhandlung folgendes, deutlich abgegrenztes Nachwort, das eine zwischen Dramentext, Autor und Publikum vermittelnde Position einnehmen kann.
Epilog
in rahmender Funktion zum Prolog, der gleich oder ähnlich besetzt ist und meist auf diesen indirekt oder direkt Bezug nimmt.
Eine solche Rahmung nimmt eine gesonderte Rolle in der dramatischen Kommunikation ein und kann dabei, je nach Anlage, verfremdend und illusionsbrechend (z.B. im epischen Theater) oder eher identifikatorisch wirken. Als progressiver und ggf. selbstreflexiver Übergang zwischen Realität und Spiel bietet der Prolog auch Raum für auktoriale Reflexion. Er enthält allerdings keine Informationen, die für das direkte Verständnis der Dramenhandlung essentiell notwendig wären, kann jedoch eine weitere Deutungsebene eröffnen.
© Martin Huber, Elisabeth Böhm
Letzte Änderung am: 09.09.2007
Print Mich!