Drama  ->  Personal und Handlung  -> Spiel im Spiel, Illusionsbrechung
Figurenkonstellation Haupt- und Nebenfiguren Protagonist und Antagonist Ständeklausel und Fallhöhe Deus ex machina Hamartia, Intrige, Pathos Spiel im Spiel, Illusionsbrechung Motivierung, Kausalität

-> Spiel im Spiel: In die umfassende Bühnenhandlung eingebettete theatrale Einlage, die als Theaterspiel nicht nur dem Publikum, sondern auch einigen Bühnenfiguren präsentiert wird, wobei andere Bühnenfiguren als Schauspieler agieren.

Als Theater auf dem Theater hat das inszenierte Theaterspielen doppelte Funktion, da es einmal innerhalb der Handlungsebene eine bestimmte Funktion trägt, zum zweiten aber auch auf die besonderes Kommunikationssituation des eigentlichen Dramas und ggf. dessen Konzeption und Wirkungsabsichten verweist. Damit hat das Spiel im Spiel einerseits handlungstreibende, andererseits illusionsbrechende Funktion.
-> Illusionsbrechung: Verlassen der eigentlichen Fiktionsebene, um die theatrale Kommunikationssituation und ihre konstituierenden Merkmale zu thematisieren.

Handlungen oder Sprechakte der Figuren, die mit der eigentlichen Bühnensituation nicht in Einklang oder Zusammenhang stehen und die das Publikum auf die besondere Präsentationsform des Dramas zurückverweisen sollen, dienen als Illusionsbrechung.
Während in Komödien die kommentierende Wendung an das Publikum oft noch als witzige Einlage, bzw. laute Verbalisierung der Gedanken einer Figur verstanden werden können und so zur Komik beitragen, bewirkt das Abweichen vom erwarteten Rollen-Verhalten sonst eher eine emotionale Distanzierung und damit eine Anregung der Reflexion, sowohl über die gezeigte Handlung selbst, als auch über die dramatische Kommunikation und damit auch der eigenen Rezeption auf Seiten des Publikums. Während das Spiel im Spiel dieses noch innerhalb des Handlungsrahmens tut, können andere Formen der Illusionsbrechung, z.B. die Parabase, diesen eindeutig verlassen. Brechts V-Effekt kann hier als wichtigster Repräsentant der Illusionsbrechung in modernen Theater-Theorien genannt werden.
© Martin Huber, Elisabeth Böhm
Letzte Änderung am: 29.10.2005
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