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Grundbegriffe Verskonstituenten Horizontale Anordnungsprinzipien

-> Verskonstituenten: Sprachliche Einheiten bzw. Größen, die für den Bau von Versen relevant sind.

In der Dichtung der Welt, insbesondere aber auch in der deutschen Lyrik, lassen sich vier grundsätzliche Verskonstituenten unterscheiden:
 Silbe
 Eine der vier Verskonstituenten. Kleinste lautübergreifende sprachliche Einheit.
Silbe
,
 Silbenprominenz
 Eine der vier Verskonstituenten . Für Verse bedeutsame Differenzierung der Silben in prominente (schwere) und nicht-prominente (leichte).
Silbenprominenz
,
 Lautliche Übereinstimmung
 Lautliche Übereinstimmung: Eine der vier Verskonstituenten. Nach Anzahl und/oder Position regulierte Wiederholung von Phonemen oder Phonemgruppen im Verstext. Die Lautwiederholung betrifft in der Regel den Wortanfang (Alliteration/Stabreim) oder das Wortende (Assonanz, Endreim).
lautliche Übereinstimmungen
zwischen Silben oder Silbengruppen (insbesondere
 Endreim
 Lautliche Übereinstimmung zweier Wörter mindestens ab dem letzten betonten Vokal.
Endreim
) und
 
 
Pausen
. Von welchen dieser Konstituenten jeweils Gebrauch gemacht wird, differiert nach Einzelsprache und Zeitraum. – Darüber hinaus können noch weitere sprachliche Phänomene versifikatorische Relevanz erlangen, z.B. verschiedene Formen des grammatischen Parallelismus (
Jakobson 2007b
Jakobson, Roman 2007b: Der grammatische Parallelismus und seine russische Spielart. Übs. v. Tarcisius Schelbert u.a., komm. v. Elena Skribnik u. Sebastian Donat. In: Roman Jakobson: Poesie der Grammatik und Grammatik der Poesie. Sämtliche Gedichtanalysen. Kommentierte deutsche Ausgabe, hg. v. Hendrik Birus u. Sebastian Donat, 2 Bde., Berlin u. New York: Walter de Gruyter, Bd. 1, S. 303-364.
Jakobson 2007b
) oder Isochronie beim Versvortrag (sog. Taktprinzip,
Albertsen 1997
Neuere deutsche Metrik. 2. Auflage. Berlin.
Albertsen 1997
, S. 43-69).
© Sebastian Donat
Letzte Änderung am: 24.03.2008
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