Figurenmodelle Figurale Schemata Situative Schemata

-> Figurenmodell: Gestaltförmige Konfigurationen von Figureninformationen, z.B. der Melancholiker oder die Extrovertierte.

Der Begriff des ‚Figurenmodells’ ersetzt den älteren Begriff des ‚Typus’.
Das Wissen über einen bestimmten Typ von Personen und Figuren stammt aus der Lebenswelt, aus den zahlreichen nicht-fiktionalen Diskursen, z.B. Theologie, Anthropologie, Psychologie, Psychiatrie, oder dem Wissen über fiktionale Welten, erzeugt durch Literatur, Theater, Film, Computerspiel, Comic usw. Vorlagen für Figuren sind zumeist andere Figuren, teilweise aus typisierten Handlungsstrukturen, z.B. der Vertraute (Confidente) oder der Intrigant (vor allem im Drama), der Sonderling, der verrückte Wissenschaftler (‚mad scientist’) oder die femme fatale. 1
Im Falle von Personen ist der Habitus Quelle solcher Typisierungen, aber auch sozialer Stereotype, wie sie etwa in der gender- und der Antisemitismus-Forschung aufgearbeitet werden.
© Fotis Jannidis, Uwe Spörl, Katrin Fischer
Letzte Änderung am: 21.10.2005

1  Die historische Forschung zu den verschiedenen Typen, die sich in der europäischen Literatur finden lassen, ist ausgesprochen umfangreich, vgl. etwa die entsprechenden Einträge bei Frenzel (1992) mit weiterführender Literatur, z.B. der ‚verliebte Affe’, ‚Der überlegene Bediente’, ‚Der Menschenfeind’ usw.[zurück]

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