Primäres Erzählen Sekundäres Erzählen Tertiäres Erzählen Textmontage Narrative Metalepse

-> Sekundäres Erzählen: Erzähler einer Binnengeschichte, der in der Rahmengeschichte als Figur auftritt.

Innerhalb der Rahmenerzählung können also eine (oder mehrere) Binnenerzählung(en) vorliegen. Dieses Rahmungsprinzip ist natürlich wiederholbar.
Ein solches Verfahren der Rahmung ist in der abendländischen Geschichte von Erzählungen weit verbreitet. Es kann - abgesehen von der bloßen Reihung von mehreren Geschichten innerhalb eines Rahmens - nämlich zumindest zwei unterscheidbare Funktionen erfüllen: Wenn die Ereignisse der Binnenerzählung bestimmte Ereignisse der Rahmenerzählung, insbesondere die Situation, in der sich die erzählende Figur gerade befindet, erklären (helfen), kann man von einer konsekutiven oder kausalen Funktion sprechen. Wenn die Ereignisse der Binnenerzählung jedoch in einem Ähnlichkeits- oder Kontrastverhältnis zu denen der Rahmenerzählung stehen, liegt eine korrelative Funktionalisierung vor. Beide Funktionstypen schließen sich keineswegs aus.
Wenn nun - was in Erzählungen spätestens seit der Romantik durchaus vorkommen kann - die beiden erzählten Welten der Rahmen- und der Binnenerzählung so miteinander verknüpft werden, dass die Figuren oder Geschehnisse der beiden Welten miteinander auf paradoxe Weise interagieren, liegt eine narrative Metalepse vor, in der somit die Grenzen zwischen den beiden fiktiven Erzählwelten durchbrochen sind. Wenn sich die beiden Erzählungen zudem wechselseitig enthalten - was in Texten (seit) der Moderne vorkommen kann -, spricht man von einer mise en abyme. Der Ort der beiden so miteinander korrelierten Erzählungen ist dann nicht mehr eindeutig feststellbar.
© Fotis Jannidis, Uwe Spörl, Katrin Fischer
Letzte Änderung am: 09.09.2005
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