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Zuverlässigkeit Modus

-> Zuverlässigkeit der Bindung einer figurenbezogenen Tatsache: Eigenschaft einer figurenbezogenen Tatsache: Zuverlässig ist eine Bindung, wenn die Quelle ihrer Zuschreibung zuverlässig ist.

Es handelt sich um keinen quantifizierbaren Wert, sondern nur um Vergleiche in der Form ‚diese Quelle ist unzuverlässiger als jene’, zumeist wohl nur in der Form: ‚der Erzähler ist unzuverlässiger als der zuverlässige Erzähler, wie man ihn sonst kennt’. Handelt es sich nicht um einen unzuverlässigen Erzähler, sind die Informationen, die dem Erzähler zugeordnet werden können, meist zuverlässiger als die, die von Figuren stammen.
Zuverlässigkeit und Modus sind unabhängig voneinander festlegbar. Am Anfang des Blonden Eckberts heißt es z.B. „Sein Weib liebte die Einsamkeit ebensosehr, und beide schienen sich von Herzen zu lieben“ (Der blonde Eckbert S. 7). Die erste Information, ‚Berta liebt die Einsamkeit wie Eckbert’, ist sehr zuverlässig und faktisch. Die zweite Information, ‚Berta und Eckbert lieben sich’, ist ebenfalls faktisch, aber deutlich weniger zuverlässig. Aus dem Umstand, dass der Erzähler am Anfang dieses Textes einige Informationen mit hoher und andere mit sehr viel geringerer Zuverlässigkeit angibt, und aufgrund des Umstands, dass ‚scheinen’ impliziert, es sei in Wirklichkeit anders, kann der Leser den Schluss ziehen, ‚Berta und Eckbert lieben sich nicht oder nicht richtig’. Diese Information ist relativ zuverlässig und faktisch.
© Fotis Jannidis, Uwe Spörl, Katrin Fischer
Letzte Änderung am: 22.10.2005
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