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lat.: Arten/Gattungen des Redens
genera dicendi:
Stilniveau-Typologie der traditionellen Rhetorik
Die
elocutio
drittes Produktionsstadium der Rhetorik: Umsetzung des strukturierten Redestoffes in sprachlichen Ausdruck bzw. Text
der traditionellen Rhetorik unterscheidet drei Stilebenen, wobei – gemäß der rhetorischen Angemessenheitslehre (
aptum
Norm der Rhetorik: wirkungsorientierte Abstimmung von Elementen oder Momenten aus unterschiedlichen Bereichen des Textes bzw. der Textproduktion
) – jedes Stilniveau mit einer bestimmten Äußerungsabsicht und Kommunikationssituation verbunden ist. D.h. dieses Stilniveau erlaubt eine mehr oder weniger eingeschränkte Verwendung von funktionalen Abweichungen (vgl.
ars - natura
Ein (quasi) natürlicher (Normal-)Zustand steht einer künstlichen, bewusst gemachten und mit Zwecken behafteten Abweichung von der Norm gegenüber
) von der natürlichen Sprache in Figuren und Tropen.Üblicherweise werden unterschieden:
Ein Text kann hierbei durchaus zwischen den verschiedenen Stilebenen hin- und herwechseln, je nach der Absicht, die in der zugehörigen Textpassage verfolgt wird. Bei bestimmten Redetypen sind die Stilideale jedoch weitgehend festgelegt, wie z.B. die Lobrede oder die Ode mit dem
genus grande
(die höchste) Stilebene: hohes Stilniveau zur Erregung starker, pathetischer Affekte
.Hinzuzufügen sei hier noch, dass vor allem die Poesie im Verlauf der Rezeption klassisch antiker Rhetorik und Poetik (von der Antike bis ins 18. Jahrhundert) in Analogie zu den drei Stilebenen unterteilt wurde, vgl. Transformation der genera dicendi.
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| © Uwe Spörl |
| Letzte Änderung am: 09.04.2007 |
genera dicendi:
Stilniveau-Typologie der traditionellen Rhetorik
Übung genera dicendi