Allegorie Emblem Personifikation Symbol

lat.: zur Person machen
-> Personifikation: Darstellung von etwas Abstraktem oder Allgemeinem als Mensch bzw. Person

Die Personifikation ist ein Darstellungsverfahren, das in und durch
 Metapher
 Trope: Ersetzung des eigentlichen Ausdrucks durch einen anderen Ausdruck, der mit ihm in einer Ähnlichkeits- oder Analogiebeziehung steht
Metaphern
oder
 Allegorie
 Darstellung eines eigentlich gemeinten Komplexes durch uneigentlich Gesagtes, das mit diesem in einer Ähnlichkeits- oder Analogiebeziehung steht
Allegorien
realisiert werden kann, indem ein eigentlich gemeinter, abstrakter oder allgemeiner Gegenstand, Gedanke, Sachverhalt oder Begriff dadurch veranschaulicht wird, dass er nicht nur anthropomorph (also menschengestaltig), sondern als konkrete vorstellbare Person dargestellt wird. Dieses Verfahren ist allerdings nicht auf sprachliche Darstellung beschränkt, denn natürlich können – in der Regel wohl ausgehend von entsprechenden oder übertragbar in entsprechende Formulierungen – Personifikationen auch in anderen Künsten und Medien realisiert werden, etwa und insbesondere in der Bildenden Kunst (durch Bilder oder Plastiken).
Der uneigentlich darstellenden (oder ausgesagten) Person werden also Eigenschaften, Charakterzüge, Utensilien usw. zugeordnet, die – in der Regel per Konvention geregelt oder in Texten vorgeprägt (vgl.
 imitatio veterum
 produktionsästhetisches Grundprinzip: Orientierung der Textproduktion an vorbildhaften Mustertexten oder Textmustern (aus der Antike)
imitatio veterum
) – einzelnen Momenten oder Aspekten des eigentlich Gemeinten zugeordnet werden können, weil sie mit diesem in einem Ähnlichkeits-, Analogie- oder einem anderen tropischen Verweisungszusammenhang stehen.
Die Personifikation ist auch eines der zentralen Verfahren des Mythos, da sie aus abstrakten Eigenschaften, Zuständen und Idealen sinnlich darstellbare und konkrete Gestalten macht.
© Uwe Spörl
Letzte Änderung am: 08.04.2007
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