Dialog Monolog
-> Monolog: Selbstgespräch einer Bühnenfigur, hauptsächlich auf die sprechende Person, ihre Situation und ihren Konflikt abzielend, dabei nicht an andere Bühnenfiguren adressiert.

Im engen Sinne meint der Monolog im Drama eine
 Szene
 Den Akt unterteilende Gliederungseinheit des Dramas, die das Geschehen zwischen zwei Schauplatzwechseln bezeichnet.
Szene
, in der nur eine Bühnenfigur spricht und sich dabei in ihrer inneren Auseinandersetzung mit der eigenen Situation bzw. ihrem Konflikt zeigt. Zwar können mehrere Handlungsmöglichkeiten diskutiert werden, Handlung jedoch vollzieht sich hier nicht, sondern es wird eine Entscheidung gefällt, die dann wieder zum Handeln treibt.
Zwar kann das sprechende Individuum in Emotionen verstrickt sein und entsprechend seine eigene Lage nicht gänzlich objektivieren können, trotzdem markiert der Monolog immer eine gewisse Distanzierung von der Situation, da mit dem Sprechen eine Rationalisierung vollzogen wird. Außerdem eignet dem Monolog in diesem Sinne eine gewisse inhaltliche Geschlossenheit, da er sich nur auf die sprechende Figur bezieht. Da die Figur im Prinzip nur mit sich selbst verhandelt und nur das Publikum, das auf der Fiktionsebene der Figur nicht präsent ist, zuhört, hat der so verstandene Monolog auch nur eine Referenzebene.
Während Monologe dem Publikum eine Figur besonders nahe bringen, bieten sie dem Schauspieler gleichzeitig die Möglichkeit, sich und sein Können besonders zu profilieren. Entsprechend sind Monologe oft in formaler Abweichung vom restlichen Dramentext gestaltet, z.B. in lyrischer Form (Klassik, Romantik).
Der Monolog gehörte seit der Antike zum Inventar des Dramas, erst mit dem Naturalismus wurde er zurückgedrängt. Im Drama der Jahrhundertwende nahm er hingegen wieder eine zentrale Rolle ein (Monodrama), weil er besonders geeignet schien, die Vereinzelung des Individuums zu zeigen und die Problematisierung des ‚Ich’ zu gestalten.
Im 20. Jahrhundert wurde er durch verschiedene Regietechniken, einen verstärkten Einsatz von Gestik, Mimik und Symbolik (Licht, Farbe etc.) teilweise ersetzt.
© Martin Huber, Elisabeth Böhm
Letzte Änderung am: 09.09.2007
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