Botenbericht Teichoskopie Vertrautenrede
-> Teichoskopie: Mauerschau. Mündlicher Bericht einer Bühnenfigur von einem räumlich nahen, zeitgleichen, jedoch für Publikum und weiteres Bühnenpersonal nicht offen sichtbaren, handlungstragendem Ereignis.

Der Begriff Mauerschau lehnt sich an Homers Ilias an, wo Helena von der trojanischen Stadtmauer aus die griechischen Helden für Priamos beschreibt.
Im Drama handelt es sich dabei um eine reportagehafte Schilderung von simultan stattfindenden Ereignissen. Diese sind – ähnlich wie die dem
 Botenbericht
 Fiktionsinterne sprachliche Darstellung eines zum Zeitpunkt der Präsentation vergangenen, für die Haupthandlung bedeutenden Ereignisses.
Botenbericht
zu Grunde liegenden – oft nicht oder nur schwer auf der Bühne darzustellen. Entsprechend kann ihre Vermittlung die direkten Konsequenzen in die Handlung integrieren, ohne sie selbst auf die Bühne bringen zu müssen.
Zwar ist der Bericht an die anderen, auf der Bühne anwesenden Figuren gerichtet und kann von diesen mit Fragen oder Anmerkungen unterbrochen werden, jedoch hat er durchaus
 Monolog
 Selbstgespräch einer Bühnenfigur, hauptsächlich auf die sprechende Person, ihre Situation und ihren Konflikt abzielend, dabei nicht an andere Bühnenfiguren adressiert.
monologische
Qualität, da ein Sprecher über längere zeit einen Sachverhalt erzählt, der dann zu weiterer Handlung führt.
Teichoskopisch können aber auch mehrere Figuren bzw. der
 Chor
 Eine Gruppe von Sprechern im Drama, die nur als Kollektiv spricht
Chor
sprechen, gleichermaßen kann so auch eine Figur beschrieben und in die Handlung eingeführt werden.
© Martin Huber, Elisabeth Böhm
Letzte Änderung am: 09.09.2007
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