Botenbericht Teichoskopie Vertrautenrede
-> Vertrautenrede: Gespräch zwischen Protagonist und einer ihm fest zugeordneten, sein volles Vertrauen genießenden Bühnenperson. Sie dient besonders der Informationsvergabe über Gedanken, Gefühle und Absichten des Protagonisten.

Bei der Vertrautenrede handelt es sich um einen
 Dialog
 Wechselrede der Figuren, das Gespräch im Drama.
Dialog
des
 Protagonist
 Zentrale Figur des Dramas.
Protagonisten
mit einem Vertrauten, der ihm über die
 
 
Personenkonstellation
fest zugeordnet erscheint und der keine eigenen Interessen durchsetzen möchte, sondern eher vernünftig oder exemplarisch auf die ihm präsentierten Verstrickungen und Konflikte reagiert, in die er selbst nicht verstrickt ist. Dem Vertrauten kommt damit eine Funktion zu, die kommentierend, ratend oder reflektierend an die des antiken
 Chor
 Eine Gruppe von Sprechern im Drama, die nur als Kollektiv spricht
Chores
erinnert, dabei aber auch dem Protagonisten Raum gibt, sich zu profilieren, wie es auch im
 Monolog
 Selbstgespräch einer Bühnenfigur, hauptsächlich auf die sprechende Person, ihre Situation und ihren Konflikt abzielend, dabei nicht an andere Bühnenfiguren adressiert.
Monolog
der Fall wäre.
Entsprechend kann der Vertraute auch nur als Stichwortgeber auftreten, oder einen Teil (z.B. das Gewissen) des Protagonisten verkörpern. Als Szene kann die Vertrautenrede dazu dienen, die Vergangenheit des Protagonisten zu erläutern, konflikthafte Konstellationen zu zeigen, Gefühle oder Absichten zu formulieren. Insofern dient sie der
 Informationsvergabe
 Terminus der Dramenanalyse zur Beschreibung der Möglichkeit, dem Zuschauer über Haupt- und Nebentext Wissen über den Fort- und Ausgang der Handlung zukommen zu lassen.
Informationsvergabe
, da so auch das Publikum dieses Wissen mitgeteilt bekommt.
Während in der Tragödie der Konzeption wegen der Rat des Vertrauten entweder wirkungslos bleiben muss, oder keinen Ausweg aufzuzeigen vermag, können in der Komödie Dienerfiguren durchaus aktiv die Handlung beeinflussen.
© Martin Huber, Elisabeth Böhm
Letzte Änderung am: 09.09.2007
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