Akt, Szene, Auftritt Offene und geschlossene Form Drei Einheiten Authentizitätspostulat Exposition, Steigerung, Höhe-/Wendepunkt, retardierendes Moment, Katastrophe Chor Prolog und Epilog Theater auf dem Theater
-> Prolog: Der eigentlichen Dramenhandlung vorgelagerte, deutlich markierte Vorrede, die der Ankündigung, Erläuterung und Ausdeutung dienen kann.

Der Prolog (griech. prologos = Vorrede) geht dem Drama voran, markiert also eine andere Fiktionsebene, insofern er nicht zur Dramenhandlung gehört, wobei er aber durchaus von einer oder mehreren Figuren der dramatis personae gesprochen werden kann. Genauso kann der Prolog aber auch von einem gesonderten Sprecher vorgetragen werden, oder sich in Form eines Vorspiels als eigenes ‚Schauspiel in Reduktion’ präsentieren.
Meist tritt nach der fiktionalen Handlung noch ein Epilog in rahmender Funktion zum Prolog, der gleich oder ähnlich besetzt ist und meist auf diesen indirekt oder direkt Bezug nimmt.
Eine solche Rahmung nimmt eine gesonderte Rolle in der dramatischen Kommunikation ein und kann dabei, je nach Anlage, verfremdend und illusionsbrechend (z.B. im epischen Theater) oder eher identifikatorisch wirken. Als progressiver und ggf. selbstreflexiver Übergang zwischen Realität und Spiel bietet der Prolog auch Raum für auktoriale Reflexion. Er enthält allerdings keine Informationen, die für das direkte Verständnis der Dramenhandlung essentiell notwendig wären, kann jedoch eine weitere Deutungsebene eröffnen.
-> Epilog: Der eigentlichen Dramenhandlung folgendes, deutlich abgegrenztes Nachwort, das eine zwischen Dramentext, Autor und Publikum vermittelnde Position einnehmen kann.

Der Epilog (griech. epílogos = Nachrede) folgt dem eigentlichen Text des Dramas, ist also auf einer anderen Fiktionsebene, da er näher am eigentlichen fiktionalen Geschehen steht als ein gesondertes Nachwort, insofern er auf der Bühne gesprochen und nicht nur dem gedruckten Text nachgestellt wird. Er kann das Bühnengeschehen kommentieren, Handlung und Autor gegen Kritiker verteidigen oder sich in agitatorischer Weise an das Publikum wenden, genauso der poetischen Reflexion oder Sinndeutung dienen. Meist gehört er als Schließung des Rahmens zum dem Stück vorangehenden Prolog, in diesem Fall wird er von dem gleichen Sprecher oder der gleichen Sprechergruppe vorgetragen und knüpft auch inhaltlich daran an.
Obwohl im antiken Drama die letzte Chorphase diese Funktion innehatte und das Geistliche Spiel oft mit einem Gebet schloss, das epilogische Funktion trug, wird das Phänomen erst seit dem 19. Jh. unter seinem Namen reflektiert. Entsprechend unterschiedlich wird der Epilog gestaltet, so schließt zwar eine reflektierende, an das Publikum gewandte Rede Pucks Shakespeares ‚Ein Sommernachtstraum’, doch ist diese weder als Monolog, noch als eigene Szene oder gar Epilog gekennzeichnet, obwohl sie diese Funktion erfüllt.
© Martin Huber, Elisabeth Böhm
Letzte Änderung am: 18.12.2005
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