Drama  ->  Personal und Handlung  -> Protagonist und Antagonist
Figurenkonstellation Haupt- und Nebenfiguren Protagonist und Antagonist Ständeklausel und Fallhöhe Deus ex machina Hamartia, Intrige, Pathos Spiel im Spiel, Illusionsbrechung Motivierung, Kausalität
-> Protagonist: Zentrale Figur des Dramas.

Ursprünglich war der Protagonist der erste Schauspieler im antiken griechischen Drama, der zunächst allein dem Chor gegenüberstand. In der Figurenkonstellation des ausdifferenzierten Dramas stellt der Protagonist die zentrale Figur dar, ohne dass er damit auf eine bestimmte Rolle oder Wertung festgelegt ist. So kann eine negativ gezeichnete Figur diese Funktion durchaus einnehmen und auch im Hinblick auf das Geschlecht ist die Rolle nicht fixiert. Allerdings handelt es sich meist um den positiven Helden, der sich auch als Identifikationsfigur anbietet. Während in der Tragödie das Scheitern des Protagonisten gattungskonstitutives Handlungselement ist, kann er in der Komödie am Ende bestehen.
-> Antagonist: Gegenspieler des Protagonisten, als Kontrast gegen diesen konzipiert und ihm in der Figurenkonstellation gegenübergestellt.

Trotz seiner Position als Gegenspieler kann der Antagonist eine positive Figur sein, wenn er einem negativ konnotierten Protagonisten opponiert. Dieser Figur kommt die Aufgabe zu, die Intrige gegen den Protagonisten zu spinnen und dessen Handeln zu vereiteln. Während der Protagonist notwendig ist – oder zumindest handelnde Personen auf der Bühne stehen, selbst wenn diese nicht mehr mit diese Kategorie fassbar sein sollten –, muss es im Drama nicht unbedingt einen Antagonisten geben, da er vor allem eine Funktion in der Handlung zu erfüllen hat und diese nicht unbedingt personal besetzt bzw. vom Dramentyp angelegt sein muss. D.h. die Zuschreibung dieser Funktion kann nur in einem Drama gelingen, dessen Konzept entsprechend angelegt ist. In Dramen des 20. Jhs müssen die Figuren nicht mehr so angelegt sein, dass sie diesen antik-klassizistischen Kategorien entsprechen, da sich auch der Handlungsaufbau entsprechend verändert hat.
© Martin Huber, Elisabeth Böhm
Letzte Änderung am: 26.10.2006
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