Prolepse Analepse Klassifikation von Anachronien
Sowohl
 Analepse
 Ein Ereignis, das sich in der Geschichte früher ereignet hat, wird im Discours an späterer Stelle dargestellt. (B A C) Im Gegensatz zu Prolepsen sind Analepsen ein häufig angewendetes Erzählverfahren.
Analepsen
als auch
 Prolepse
 Ein Ereignis, das sich in der Geschichte erst noch ereignen wird, wird im Discours an früherer Stelle erzählt (A C B).
Prolepsen
können noch auf weitere Aspekte hin untersucht werden:
  • Zugehörigkeit zum Erzählten
  • Abstand zum Erzählten
  • Umfang der Anachronie
  • Anschluss an das Erzählte
-> extern / intern: Zugehörigkeit einer Analepse oder Prolepse zur erzählten Geschichte.

  • extern: Handlung liegt vor oder nach der Haupthandlung
  • intern: Handlung (der Rückblende) ereignet sich während der Haupthandlung
-> Reichweite: Zeitlicher Abstand zwischen Erzählgegenwart und Zeitpunkt der Anachronie.

-> Umfang: Dauer der Handlungssequenz, die als Anachronie eingeschoben wird.

Reicht von einem Moment bis zu sehr langen Zeiträumen (z.B. die ganze Lebensgeschichte einer Figur).
-> komplett / partiell: Anschluss an das Erzählte. Sind Reichweite und Umfang identisch, spricht man von einer kompletten Analepse, ansonsten von einer partiellen. Im Blonden Eckbert erzählt Bertha z.B. als Einschub ihre Lebensgeschichte vom Zeitpunkt ihrer Geburt bis zu der Zeit, zu der die Handlung spielt.

© Fotis Jannidis, Uwe Spörl, Katrin Fischer
Letzte Änderung am: 05.08.2005
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