Test – Rhetorik

Bei diesem Test sollen insgesamt 2 Multiple Choice-Fragen aus dem Bereich »Rhetorik« innerhalb von 6 Min. 0 Sek. beantwortet werden. Es wird empfohlen, zuerst den LiGo-Kurs zum entsprechenden Bereich zu absolvieren, bevor Sie Ihr Wissen testen. Sobald Sie auf den untenstehenden Button klicken, werden die Übungen angezeigt und der Countdown gestartet.
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Frage 1 von 2

Fragestellung:
In welchem der folgenden Szenarien hält sich der jeweilige Redner an das rhetorische Prinzip des aptum?
(Auch wenn es natürlich sein kann, dass Bücherl vorrangig und nicht unbedingt angenehm auffallen will.) Hier liegt ein Verstoß gegen das äußere aptum vor, da Bücherl davon ausgehen muss, von weiten Teilen seines Publikums nicht verstanden zu werden.(Auch wenn es für dieses ‚Übersetzungsproblem’ der Ethnologie keine wirkliche Lösung gibt.) Hier liegt ein Verstoß gegen das äußere aptum vor, denn wenn man als Akademiker mit einem ‚Publikum’, von dem man annehmen muss, dass es keine ausreichende Schulbildung hat, kommunizieren möchte, muss man sein Vokabular und seine Syntax dem ‚Horizont’ dieses Publikums anpassen.Wenn man vor einem Publikum eine laudatio zu halten hat, sollte und wird man die Erwartungen des Publikums, dass diese Person in dieser Rede gelobt wird, auch erfüllen. Dies entspricht dem äußeren aptum. Ob Affolters Lobrede auch dem inneren aptum entspricht, ist allerdings eine andere Frage.

Frage 2 von 2

Fragestellung:
Ordnen Sie die folgende Rede des Brutus aus Shakespeares Julius Caesar einem der drei genera dicendi zu! Brutus will und soll hier Rechenschaft ablegen für seine eben vollzogene Tat, die Tötung Caesars:
Textbeispiel:
Brutus:
Römer! Mitbürger! Freunde! Hört mich meine Sache führen und seid still, damit ihr hören möget! Glaubt mir um meiner Ehre willen, und hegt Achtung vor meiner Ehre, damit ihr glauben mögt! Richtet mich nach eurer Weisheit, und weckt eure Sinne, um desto besser urteilen zu können! Ist jemand in dieser Versammlung, irgend ein herzlicher Freund Cäsars, dem sage ich: des Brutus Liebe zu Cäsar war nicht geringer als seine. Wenn dieser Freund dann fragt, warum Brutus gegen Cäsar aufstand, ist dies meine Antwort: nicht weil ich Cäsarn weniger liebte, sondern weil ich Rom mehr liebte. Wolltet ihr lieber, Cäsar lebte und ihr stürbet alle als Sklaven, als dass Cäsar tot ist, damit ihr alle lebet wie freie Männer? Weil Cäsar mich liebte, wein’ ich um ihn; weil er glücklich war, freue ich mich; weil er tapfer war, ehr’ ich ihn; aber weil er herrschsüchtig war, erschlug ich ihn. Also Tränen für seine Liebe, Freude für sein Glück, Ehre für seine Tapferkeit, und Tod für seine Herrschsucht. Wer ist hier so niedrig gesinnt, dass er ein Knecht sein möchte? Ist es jemand, er rede, denn ich habe ihn beleidigt. Wer ist hier so roh, dass er nicht wünschte, ein Römer zu sein? Ist es jemand, er rede, denn ich habe ihn beleidigt. Ich halte inne, um Antwort zu hören. […]
William Shakespeare: Julius Caesar
Es liegt hier wohl genus grande vor, denn dieses genus ist der Situation und der Sache einzig angemessen (äußeres aptum). Der Text zielt vor allem darauf ab, das Publikum emotional zu gewinnen und von der Berechtigung Brutus’ zur Tat zu überzeugen; und er unternimmt dies – übrigens mit Erfolg – durchaus unter Einsatz eines erheblichen sprachlich-rhetorischen Aufwandes, insbesondere mit suggestiven Anreden, rhetorischen Fragen, steigernden Parallelismen usw.Es liegt hier wohl genus grande vor, denn dieses genus ist der Situation und der Sache einzig angemessen (äußeres aptum). Der Text zielt vor allem darauf ab, das Publikum emotional zu gewinnen und von der Berechtigung Brutus’ zur Tat zu überzeugen; und er unternimmt dies – übrigens mit Erfolg – durchaus unter Einsatz eines erheblichen sprachlich-rhetorischen Aufwandes, insbesondere mit suggestiven Anreden, rhetorischen Fragen, steigernden Parallelismen usw.Genus grande ist der Situation und der Sache einzig angemessen (äußeres aptum). Der Text zielt vor allem darauf ab, das Publikum emotional zu gewinnen und von der Berechtigung Brutus’ zur Tat zu überzeugen; und er unternimmt dies – übrigens mit Erfolg – durchaus unter Einsatz eines erheblichen sprachlich-rhetorischen Aufwandes, insbesondere mit suggestiven Anreden, rhetorischen Fragen, steigernden Parallelismen usw.

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